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Praxisbericht zur Nikon 1 AW1

Schon seit vielen Jahren liebäugle ich mit einer Unterwasserkamera. Am liebsten würde ich meine 5D bzw. 6D in ein Unterwassergehäuse packen, da es hier aber zur Zeit nicht genügend Anwendungsfälle gibt, lohnte bislang eine Anschaffung nicht. Also behielt ich den Markt im Auge, immer in der Hoffnung es gebe eine erschwingliche Unterwasser Kamera die auch noch eine gute Bildqualität abliefert. Das einzige Modell mit einem 1“ großen Sensor war die Nikon 1 AW1 die im Herbst 2013 auf den Markt kam. Da dies eine Systemkamera von Nikon ist, besteht hier sogar die Möglichkeit die Objektive zu wechseln (aktuell werden zwei Wasserdichte Objektive Angeboten). Kurz vor unserem diesjährigen Urlaub war es dann soweit und sie hat den Weg in meine Kameratasche gefunden. Ich habe mich für das Kit mit dem 11-27.5mm 3.5-5.6 Objektiv entschieden. Somit konnte der Urlaub starten…

Die wichtigsten Technischen Daten:

  • Abmessungen: (HxBxT) 71.5×113.3×37.5mm
  • Gewicht: ca.356g inkl. Akku und Karte
  • Belichtungszeit: 1/16.000s bis 30s
  • Bildrate: bis 60Bilder/s
  • Auflösung: 14.2 Mio. Pixel
  • Bildsensor: CMOS Sensor, 13.2×8.8mm
    (Quelle: Nikon Website)

Im Einsatz:

Die Nikon 1 AW1 mit dem 11-27.5mm 3.5-5.6 Objektiv ist wasserdicht (bis 15Meter), stoßfest (2m) und frostbeständig (bis -10°). Die Verarbeitungsqualität ist absolut hochwertig. Man hat eine wirklich solide Kamera in der Hand der man zutraut die Angepriesenen Eigenschaften zu erfüllen. Also, Koffer packen und ab in den Süden 🙂

Ich werde hier jetzt nicht auf sämtliche Eigenschaften (wie Menüs, Steuerung, Laborwerte, etc) der AW1 eingehen – hierfür gibt es bereits mehr als genug Informationen im Web. Ich möchte hier meine Erfahrungen posten und zeigen was die Kamera in der Praxis kann, wo Ihre Grenzen sind und natürlich Beispielbilder denn das ist ja das Ziel.

Den ersten Wassereinsatz hatte Sie am Eibsee am Fuße der Zugspitze. Der See hat eine erfrischende Temperatur und hat erfreulich sauberes Wasser. Der eingebaute Blitz ist ebenfalls unter Wasser auslösbar, was aber nicht immer zu besseren Ergebnissen geführt hat. Hier ist ausprobieren die beste Wahl.

Das Fokussieren klappt im Kreativ Modus nach etwas Übung gut. Im Automatikbetrieb ist der AF zwar Treffsicher, jedoch weiß er nicht immer was ich gern „scharf“ abgebildet hätte…

1/60s f16 ISO 160 11mm
1/60s f16 ISO 160 bei 11mm – eine Typische Split-Level Aufnahme die Dank des Objektiv-Durchmessers möglich ist.
1/1000s f4.0 ISO 160 11mm
1/1000s f4.0 ISO 160 bei 11mm

Beim Mountainbiken am Gardasee freute ich mich über das geringe Packmaß und Gewicht. Wer schon mal eine Canon 5DIII mit dem 16-35 den halben Tag auf dem Rücken hatte weiß was ich meine…

Entstanden sind ein paar mehr Freihandpanoramen da das Kit Objektiv leider nur den Bereich von 11 bis 27,5mm abdeckt (entspricht  30 bis 74mm Kleinbild). Hier hätte ich mir etwas mehr Weitwinkel gewünscht – das habe ich versucht durch die Panoramen zu covern.

Auf den Einsatz auf den ich mich am meisten freute war das Canyoning am Gardasee:

DSC_1059
18m geht’s da runter  😉  | 1/60 f3.5 ISO 800 bei 11mm

Der Canyon war relativ dunkel, Blitzen brachte nicht den gewünschte Erfolg da eigentlich immer Wassertropfen auf der Linse waren und es so unschöne Lichtreflexe gab. Da ich schon wusste das die ISO Leistung oberhalb von 3200 nicht mehr zu gebrauchen ist, habe ich die Begrenzung auch bei 3200 eingestellt was aber zur Folge hatte das die Fotos teilweise mit einer 20/s belichtet wurden – eine ruhige Hand hatte ich nicht immer wodurch einige Fotos  verwackelt sind. Ein Beschlagen der Linse gab es erfreulicherweise nicht, da die Temperatur im Canyon recht kühl war und der Unterschied zum Wasser nicht allzu groß.

Erwähnen möchte ich noch die GPS und GLONASS Unterstützung. Ich finde es einfach klasse das die Standortpositionen direkt im Foto gespeichert wird. So kann man die Tour später verfolgen und weiß noch Jahre später wo welches Foto entstanden ist. Ich möchte in keiner Kamera drauf verzichten.

GPS_Log
Getaggt mit Lightroom

Fazit:

Die Kamera macht einfach Spaß! Sie ist relativ klein und leicht (im Verglich mit meinen VF-DSLR’s) und man muss sich keine Gedanken über Staub, Schmutz, Wasser oder Frost machen – eben eine echte Outdoor-Kamera. Man hat sie halt dabei. Mit Ihr sind andere Blickwinkel möglich ohne das man Angst um seine teure Hardware haben müsste. Ist man auf dem Wasser und es kommt mal eine Welle etwas höher – egal, fällt Sie in den Dreck – egal, spielt meine 2 Jährige Tochter damit – egal 🙂 Allgemein ist es eine gute, schnelle Kamera die bei guten bis mittleren Lichtbedingungen gute Fotos macht und die aufgrund Ihrer Größe ständig dabei ist. Die Einstellungen erledigt die AW1 größtenteils automatisch, oder auf Wunsch auch manuell.
Ob im/auf dem Wasser, beim Mountainbiken oder Canyoning – sie hat das getan was sie sollte – Momente spontan festhalten ohne zu belasten.
Natürlich kann Sie in keiner Weise mit einer VF DSLR mithalten – aber das war mir im Vorfeld klar.  Besonders kritisch ist alles ab ISO 3200. Die Fotos eignen sich zwar noch für Ausdrucke bei 10x15cm – aber eine 1:1 Vorschau lässt man dann lieber bleiben.
Ich bin froh das ich Sie mir gekauft habe, denn ohne Sie wären viele Fotos nie entstanden.

Getreu dem Motto:

 „Die beste Kamera ist die, die man dabei hat.“

1 thought on “Praxisbericht zur Nikon 1 AW1”

  1. Ich bin gerade durch Zufall auf deinen Beitrag gestoßen.
    Die Bilder sind super geworden! Da hat sich die Kamera ja echt gelohnt.
    Besonders die Split Aufnahmen finde ich sehr gelungen.
    Falls du dir noch mehr Informationen über Outdoorkameras durchlesen möchtest, besuche doch mal die Seite http://www.welche-outdoorkamera.com . Da werden unter anderem auch Action Outdoorkameras vorgestellt. Wenn du in deinem nächsten Urlaub also wieder etwas aktives planst, wirst du vielleicht mit einer noch kleineren leichteren aber ebenso robusten Kamera noch glücklicher!

    Liebe Grüße!

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